Was passiert mit Treuepunkten nach dem Tod?
Flugmeilen, Hotelpunkte und Kreditkartenprämien können einen beträchtlichen Wert darstellen. Im Nachlass funktionieren sie jedoch nicht wie Geld auf einem Bankkonto. Entscheidend sind die Bedingungen des einzelnen Programms, die Art des Vorteils und die rechtzeitige Einhaltung des vorgesehenen Verfahrens.
Es gibt keine allgemeine Regel. Ein Anbieter kann eine Übertragung nach Prüfung von Nachlassunterlagen genehmigen, ein anderer sie auf Ehepartner oder bestimmte Familienmitglieder beschränken. Punkte, Elite-Status, Gutscheine und Freinächte können selbst innerhalb desselben Kontos unterschiedlich behandelt werden.
Aktuelle Regeln unterscheiden sich
Hilton erklärt derzeit, dass Punkte nach Genehmigung der erforderlichen Unterlagen auf ein oder mehrere bestehende Mitglieder übertragen werden können. Verlangt werden eine Erklärung, eine Kopie der Sterbeurkunde und ein Nachweis der Nachlassbefugnis. Antrag und Unterlagen müssen innerhalb eines Jahres eingehen; der Elite-Status geht nicht über.
Marriott Bonvoy sieht eine andere Lösung vor. Marriott kann nach eigenem Ermessen eine einmalige Übertragung unverbrauchter Punkte auf eine einzige Person zulassen. Diese muss der rechtliche Ehepartner oder im Testament als Empfänger der Programmpunkte genannt sein. Aufenthalte, Status und damit verbundene Vorteile werden nicht übertragen.
Bei Qantas kann ein Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter schriftlich beantragen, unverfallene Punkte auf ein berechtigtes Familienmitglied zu übertragen. Nachweise über Tod und Befugnis sind nötig, und der Antrag muss innerhalb von zwölf Monaten eingehen. Status Credits verfallen.
Diese Beispiele belegen nur die Unterschiede. Maßgeblich bleiben immer die aktuellen Bedingungen des konkreten Anbieters.
Erstellen Sie ein Kontenverzeichnis
Listen Sie relevante Programme von Fluggesellschaften, Hotels, Banken, Kartenanbietern und Händlern auf. Notieren Sie Anbieter, Mitgliedsnummer, ungefähren Saldo, letzte Aktivität, Ablaufdatum, verknüpfte E-Mail und die offizielle Hilfeseite. Trennen Sie bereits an einen Reisepartner übertragene Punkte von Prämien, die noch beim Kartenherausgeber liegen.
Erfassen Sie Freinachtzertifikate, Begleitervorteile, Upgrades und Reiseguthaben separat. Sie können anderen Regeln unterliegen als der sichtbare Punktestand. Das Verzeichnis soll zeigen, dass ein Konto existiert und wo sichere Anweisungen liegen. Passwörter und Wiederherstellungscodes gehören in ein getrenntes, geschütztes System.
Vorgehen für Angehörige
Sichern Sie nach einem Todesfall Abrechnungen, Mitgliedsnummern, E-Mails mit Salden und die aktuellen Bedingungen. Lösen oder verkaufen Sie Punkte nicht über den Zugang der verstorbenen Person, ohne die Erlaubnis zu klären. Bestimmen Sie die rechtlich befugte Person und sammeln Sie Sterbeurkunde, Nachweis der Nachlassvertretung und alle programmspezifischen Dokumente.
Kontaktieren Sie den Anbieter über seine offizielle Website, bevor das Treuekonto oder eine verknüpfte Karte geschlossen wird. Fragen Sie nach übertragbaren Bestandteilen, Empfängern, Fristen und den Folgen einer Schließung. Dokumentieren Sie Fallnummern und Antworten.
Eine jährliche Prüfung hält Salden, Bedingungen und Ansprechpartner aktuell. Ziel ist nicht, jeden kleinen Punkt zu retten, sondern wertvolle Konten sichtbar zu machen und der Familie einen rechtmäßigen, sicheren Weg zur Entscheidung zu geben.
