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Vorlage fur ein Kontoinventar in der digitalen Nachlassplanung

Erfahre, welche Felder eine gute Vorlage fur ein Kontoinventar in der digitalen Nachlassplanung enthalten sollte, damit Familie und Vollstrecker den Uberblick behalten.

Stefan-Iulian Tesoi · Autor fur digitale Nachlassplanung
Veroffentlicht: 2026-04-22
Aktualisiert: 2026-04-22
9 Min. Lesezeit
Vorlage fur ein Kontoinventar in der digitalen Nachlassplanung

Vorlage fur ein Kontoinventar in der digitalen Nachlassplanung

Ein Kontoinventar ist eines der praktischsten Werkzeuge der digitalen Nachlassplanung, wird aber oft zu knapp angelegt.

Viele Menschen schreiben nur Dienste und Benutzernamen auf. Das hilft, reicht aber nicht. Die Familie weiss dann noch immer nicht, welche Konten dringend sind, welche Geld oder Erinnerungen enthalten, welche andere Dienste freischalten und was mit ihnen geschehen soll.

Darum sollte eine gute Vorlage fur ein Kontoinventar in der digitalen Nachlassplanung mehr leisten als nur Kontonamen sammeln. Sie sollte einer anderen Person helfen, die digitale Struktur so gut zu verstehen, dass sie vorsichtig handeln kann.

Warum eine einfache Liste nicht reicht

Eine Liste mit Gmail, Apple ID, Dropbox oder PayPal wirkt zunachst hilfreich. Trotzdem bleiben wichtige Fragen offen:

  • Welches Konto hangt mit Abrechnung oder Einkommen zusammen?
  • Welches Konto steuert Passwort-Zurucksetzungen?
  • Wo liegen Familienfotos?
  • Was sollte geschlossen werden?
  • Was sollte erhalten bleiben?
  • Wo findet man die Wiederherstellungsinformationen?

Ohne diesen Kontext konnen selbst organisierte Menschen Fehler machen.

Welche Fragen die Vorlage beantworten sollte

Fur jedes Konto sollte ein Vertrauensperson erkennen konnen:

  • was das Konto ist
  • warum es wichtig ist
  • wie dringend es ist
  • was damit geschehen soll
  • wo Zusatzinformationen liegen

Wenn deine Vorlage diese Punkte beantwortet, ist sie schon deutlich besser als die meisten Listen.

Die wichtigsten Felder

1. Kategorie

Ordne Konten in Gruppen wie:

  • E-Mail
  • Finanzen
  • Cloud
  • Abos
  • soziale Medien
  • Einkaufe
  • Gerate
  • Geschaft

2. Anbieter

Nenne den Dienst klar, zum Beispiel Gmail, iCloud, Dropbox oder Amazon.

3. Kennung

Erfasse E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Benutzernamen, damit ahnliche Konten unterschieden werden konnen.

4. Zweck

Dieses Feld ist besonders wertvoll. Beispiele:

  • Haupt-E-Mail fur Finanzhinweise
  • Familienspeicher fur Fotos
  • Unterhaltungsabo
  • Geschaftskonto fur Rechnungen

5. Prioritat

Markiere Konten als:

  • hoch
  • mittel
  • niedrig

Hohe Prioritat haben oft Haupt-E-Mails, Banken, Zahlungsdienste, Mobilfunkkonten, Geschaftstools und Wiederherstellungssysteme.

6. Gewunschter Ausgang

Lege fest, was passieren soll:

  • erhalten
  • ubertragen
  • memorialisieren
  • erst prufen
  • schliessen

Felder, die die Vorlage deutlich besser machen

7. Wiederherstellungs- oder Zugriffspfad

Statt Geheimnisse direkt einzutragen, kann das Inventar auf den sicheren Ort verweisen:

  • im Notfallzugang des Passwort-Managers
  • in der Nachlassmappe
  • im sicheren Tresor

8. Verknupfte Konten

Einige Konten sind wichtig, weil sie andere freischalten. Das gilt besonders fur Haupt-E-Mail, Mobilfunk und zentrale Plattformkonten.

9. Finanzieller oder personlicher Wert

Eine kurze Notiz reicht:

  • enthalt Familienfotos
  • verursacht monatliche Kosten
  • erhalt Einnahmen
  • kein grosser Wert, bei Gelegenheit schliessen

10. Hinweise

Hier stehen Besonderheiten wie:

  • Dateien vor Kundigung sichern
  • zuerst Geschaftspartner informieren
  • letzte Transaktionen prufen
  • Ubertragung abwarten

Beispiel fur Spalten

Eine praktikable Vorlage kann folgende Spalten haben:

  1. Kategorie
  2. Anbieter
  3. Kennung
  4. Zweck
  5. Prioritat
  6. Gewunschter Ausgang
  7. Wiederherstellungspfad
  8. Verknupfte Konten
  9. Wert oder Bedeutung
  10. Hinweise

Konten mit besonderer Bedeutung

Besondere Aufmerksamkeit verdienen:

  • Haupt-E-Mail-Konten
  • Finanz- und Zahlungskonten
  • Passwort-Manager und Wiederherstellungssysteme
  • Cloud-Speicher und Fotobibliotheken
  • Geschafts- und Creator-Konten

Haufige Fehler

Typische Fehler sind:

  • Konten ohne Zweck auflisten
  • Haupt-E-Mail vergessen
  • keinen Wiederherstellungshinweis geben
  • Prioritat nicht markieren
  • keinen gewunschten Ausgang notieren
  • Abos oder Gemeinschaftskonten ubersehen
  • das Dokument nie aktualisieren

Wie das Inventar pflegbar bleibt

Das beste Inventar ist nicht das komplizierteste, sondern dasjenige, das aktuell bleibt.

Es sollte:

  • leicht zu lesen sein
  • leicht bearbeitet werden konnen
  • nach Kategorien geordnet sein
  • sicher gespeichert sein
  • regelmassig uberpruft werden

Eine jahrliche Kontrolle reicht oft aus, aber grosse Anderungen sollten ebenfalls ein Update auslosen.

Fazit

Eine gute Vorlage fur ein Kontoinventar in der digitalen Nachlassplanung ist nicht nur eine Liste. Sie ist ein Werkzeug fur Entscheidungen.

Sie sollte erklaren, was das Konto ist, warum es wichtig ist, wie dringend es ist, was damit geschehen soll und wo der richtige Zugriffspfad liegt.

Ein praktischer Start sind zehn Spalten: Kategorie, Anbieter, Kennung, Zweck, Prioritat, Ausgang, Wiederherstellung, Verknupfungen, Wert und Hinweise.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ein starkes Inventar dokumentiert Zweck, Prioritat, gewunschten Ausgang und Wiederherstellungspfad, nicht nur Kontonamen.
  • Die Vorlage sollte zeigen, welche Konten andere Dienste freischalten und welche finanziellen oder personlichen Wert haben.
  • Ein digitales Inventar muss regelmassig aktualisiert werden, weil sich Konten, Gerate und Wiederherstellungsmethoden andern.

Schritt fur Schritt

  1. Erfasse die wichtigsten Kategorien wie E-Mail, Finanzen, Abos, Cloud, soziale Medien und Geschaftstools.
  2. Ergänze Felder fur Zweck, Prioritat und gewunschten Ausgang.
  3. Markiere Konten mit hoher Prioritat, die Sicherheit, Abrechnung oder Einkommen steuern.
  4. Aktualisiere das Inventar bei wichtigen Anderungen.

Haufig gestellte Fragen

Sollten Passworter darin stehen?
Meistens nicht im Hauptdokument. Sinnvoller ist ein sicherer Speicherort, auf den das Inventar verweist.
Welches Konto sollte zuerst erfasst werden?
Haupt-E-Mail-Konten stehen meist weit oben, weil sie Wiederherstellungen, Hinweise und andere Dienste steuern.
Wie oft sollte man es prufen?
Mindestens einmal pro Jahr und zusatzlich nach grossen Anderungen.

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